Donpferde
A Passion for Golden Horses

Ein weiter Weg zum Gold vom Don

Dunkle Punkte tauchen in der flimmernden Luft am Horizont auf, immer wieder verwirbelt durch Schwaden von Staub, die durch das Bremsen des Geländewagens hochgeschleudert werden.

Die Ebene reicht bis zum tiefen Horizont. Ich kneife die Augen zusammen, damit ich etwas erkennen kann. Der Geländewagen stoppt abrupt. Heißer Wind weht den Staub weg, jetzt ist die Luft klar:

Die Pferde bewegen sich gemächlich. Es ist ein Tabun aus Don-Stuten mit Fohlen, vielleicht 80 bis 100 Tiere, in allen Schattierungen von Rotgold bis Gelbgold, alle schimmernd in metallischem Glanz. Die meisten Stuten haben den Kopf zum Fressen gesenkt, dazwischen die Fohlen, manche ausgelassen herumtollend, manche schlafend im trockenen Gras. 

Ich komme ganz vorsichtig näher, laufe langsam zwischen den goldenen Leibern, einige Stuten sind noch hochträchtig, einige habe ihre Fohlen schon bei Fuß. Sie laufen ruhig grasend im lockeren Verband einfach an mir vorbei, um mich herum. Die Fohlen, manche noch im pelzigen Plüsch, beäugen mich neugierig.

Es war ein weiter Weg bis hierher, und ich hätte ihn schon viel früher gehen sollen. Begonnen hat die Reise vor 25 Jahren:

Auf einem Distanzritt sah ich eine wunderschöne, goldene Fuchsstute. Sofort war ich durch ihre ausdrucksstarke Erscheinung und feine Art angezogen. Ich fragte den Besitzer nach der Rasse und bekam „Budjonny“ zur Antwort. Von dieser Rasse hatte ich noch nie gehört.  Was hatten die weißen Zahlen auf ihrem Rücken und der Brand auf dem Schenkel zu bedeuten? Aber irgendetwas zog mich magisch an - und es lässt mich bis heute nicht los. Ich las alles, was es in Deutschland über russische Pferderassen zu lesen gab – und das war nicht viel.

Ich hatte immer versucht, mir vorzustellen, wie und wo meine Stute aufgewachsen ist und wie ihre Heimat wohl aussieht. Bisher hatte ich nur die vage Vorstellung von riesigen Herden goldener Pferde, die die Steppenregionen des Don-Gebietes durchziehen, begleitet von einem berittenen Hirten. Die Fantasie hat mir die Bilder dazu geschaffen.

Und jetzt stehe ich hier zwischen ihnen.  Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.

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